Supply Chain Management wird immer wichtiger. ★ Definition hier! ★

Der Begriff Supply Chain Management beschreibt den Bereich Logistik, ist aber weiter gefasst und geht deutlich darüber hinaus. Grundsätzlich geht es um die Organisation, Steuerung und Koordination von sämtlichen Vorgängen, die zwischen der Rohstoffgewinnung und dem Warenverkauf stehen und damit auch um Prozesse rund um Fertigung, Lagerung und dem Transport. Von Bedeutung sind hierbei die Ströme von Materialien, Produkten und Finanzen.

Typische Ziele für das Supply Chain Management sind Kostensenkung, Lieferungsbeschleunigung, Wahrung von Flexibilität, Lenkung der Geldströme, Optimierung des Informationsflusses und Vertiefung der Beziehungen zu Kunden sowie Lieferanten. Supply Chain wird innerhalb von Unternehmen betrieben, kann aber auch in Kollaboration mit Partnerunternehmen gesteuert werden. Auch für diese Disziplin gibt es heute optimierte Software-Lösungen, wie sie etwa Ivanti für das Supply Chain Management entwickelt hat.

Unterscheidung in Zeitabläufe

Das Supply Chain Management wird langfristig, mittelfristig und kurzfristig organisiert. Strategische Maßnahmen sind dabei langfristiger Natur. Sie umfassen Aufgaben wie Entscheidungen über Standorte, Organisation des Distributionsnetzes und die Lieferantenauswahl. Mittelfristiger Natur sind hingegen taktische Maßnahmen, zu denen Aufgaben wie die Materialbedarfsplanung, das Produktionsprogramm und die Entscheidungen über Distribution sowie Allokation gehören. Kurzfristig sind schließlich operative Maßnahmen wie der Personaleinsatz sowie Planungen zu den Touren und Abläufen.

Supply Chain Management liegt im Trend

Entwickelt wurde das Supply Chain Management erstmals von den Unternehmensberatern Keith R. Oliver und Michael D. Webber, die ihr Konzept im Jahre 1982 in einem Interview mit der Financial Times vorstellten. Sie verstanden, dass es im Rahmen der fortgeschrittenen Globalisierung und internationalen Arbeitsteilung für Unternehmen zukünftig stärker auf die intelligente Steuerung arbeitsteiliger Lieferketten im Fertigungsprozess ankommen wird.

Einen Schub erfuhr das Supply Chain Management durch die aktuelle Konzentration der Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen durch Outsourcing sowie den Trend zur Verringerung der Fertigungstiefe. In Deutschland hinken die öffentlichen Unternehmen noch hinterher, was die gezielte Ausbildung zum Supply Chain Management für Wirtschaftsstudierende angeht. Private Universitäten bieten in Deutschland aber bereits sehr wohl explizit dieses Fach an.

Die Vorgehensweise beim Supply Chain Management

Um den Prozess der Wertschöpfungskette von den Rohstoffen über die Fertigung bis zum Verkauf bestmöglich zu gewährleisten, müssen sich die Verantwortlichen in den Unternehmen zahlreiche Aufgaben stellen. So erfordert allein der Abbau von Fehlerquellen und Störfaktoren an den Schnittstellen eine ständige Koordination aller an den Prozess Beteiligten. Auch die Koordination und Synchronisation mit den unterschiedlichen Lagertypen wie Zwischenlager und Endlager gehört dazu wie auch eine ständige Qualitätskontrolle zum Erhalt sowie Ausbau des Vertrauens der Kunden.

Weitere Aufgabenbereiche entlang der Wertschöpfungs- und Lieferungsketten betreffen die schon erwähnte Distribution und Allokation sowie die Produktentwicklung. Auch müssen sich die Beteiligten stets Gedanken über die Art der Koordination machen, zum Beispiel ob diese eher zentral und zuverlässig oder dezentral und flexibel erfolgen soll.

Die Herausforderung Nummer eins: der Peitscheneffekt

Die Hauptherausforderung für das Supply Chain Management in Betrieben besteht in dem Umgang mit dem Peitscheneffekt zur Eindämmung desselben, damit dieser Effekt möglich nicht entsteht. Gemeint sind mit diesem Begriff Schwankungen in der Nachfrage, so wie eine Peitsche nach dem Schlagen vibriert. Durch diese Schwankungen entstehen höhere Kosten, weil zu viele Produkte im Lager gehortet oder die Nachfrage nicht bedient werden kann. Solche Berechnungsfehler können durch Abstimmungs- und Koordinationsproblemen zwischen den einzelnen Liefer- und Wertschöpfungsstufen auftreten.

Zur Problematik gehört, dass sich frühzeitig gemachte Fehler ähnlich wie bei einer komplexen Mathematikaufgabe leicht festsetzen und sich von Stufe zu Stufe hochschaukeln können. Um das zu vermeiden, ist ein rechtzeitiges und frühzeitiges Gegensteuern vonnöten. Sehr wichtig sind deshalb die enge Vernetzung aller Beteiligten miteinander sowie Vereinbarungen, erkannte Probleme schnell und offen anzusprechen.